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14.01.2003

Ein Leben für Obdachlose

Kurier, 14. Jänner 2003:
Ein Leben für Obdachlose
Es war im November 1995. Da wartete Sylvia Wilke eines Nachts eine Viertelstunde in klirrender Kälte auf die Straßenbahn. "Ich darf jetzt heim unter meine warme Tuchent. Aber wie kalt muss es für Menschen sein, die im Freien übernachten müssen", dachte sie sich. Und da die Floridsdorferin eine Frau der Tat ist, organisierte sie warme Schlafsäcke und Matten für Obdachlose. Die "Aktion Schlafsack" war geboren.
Bettelbriefe
Sylvia Wilke schrieb Bettelbriefe an Bekannte. Immerhin 15.000 Euro brachte sie so in diesem Winter zusammen, Geld für 700 Schlafsäcke, die sie in der "Gruft" ablieferte. "Man glaubt kaum, was so ein Geschenk für Auswirkungen hat", erzählt sie, "viele Obdachlose schöpften neuen Lebensmut". Seither hat sie jeden Winter Rundschreiben an mögliche Spender geschickt. Gut 5000 Euro kamen im Schnitt dabei zusammen. Die Idee hat Schule gemacht. Auch Organisationen und Private spenden der "Gruft" mittlerweile Schlafsäcke. Daher hat sie diesen Winter erstmals keine Bettelbriefe verschickt. Vor zwei Jahren hat sie eine neue Kampagne ins Leben gerufen, die "Aktion Kaution". Für Obdachlose, die in der Lage sind, alleine zu wohnen, möchte sie die Kaution sowie eine Grundeinrichtung bezahlen. Finanzieren will Wilke das unter anderem mit den Erträgen aus dem Flohmarkt, den sie in Floridsdorf betreibt. Und noch eine Vision hat die 60-Jährige: Sie würde gerne in Wien einen "Kost-nix-Laden" eröffnen, in dem Obdachlose oder sozial Schwache umsonst Möbel und Einrichtungsgegenstände holen können. (…)
– Ute Brühl; Kurier, 14. Jänner 2003.
Sylvia Wilke: “Wiener Köpfe”; © Kurier bzw. Kurier Online - Wien, 2003.

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